9. Juli 2020

Baummuseeum - Tagesausflug nach Rapperswil-Jona

15 Frauen zogen die Masken an und fuhren los. Urs und Silvia Fritz erwarteten sie am Bahnhof, führten zügig an den Elefanten und am See vorbei in die Altstadt. Urs wies auf sein Elternhaus (mit Laterne) hin, erzählte von Jugenderinnerungen und zeigte einen ersten Rosengarten.
Nach dem Aufstieg zum Schloss erfuhr die Gruppe mehr von der Geschichte, entdeckte die Hirsche am Nordhang und wanderte vorbei am alten Schulhaus hinunter zur Bushaltestelle. Silvia hatte gut recherchiert. Der Stadtbus kam pünktlich und lud die Damen vis-à-vis vom Hotel Zimmermann ab. Auf dem gedeckten Tisch war der Salat bereit. Der gut gelaunte Kellner bediente flink, so dass das Mittagessen in aller Ruhe genossen werden konnte. Kurz nach eins ging’s im Bus weiter ins Industriegebiet.
Nach wenigen Schritten erreichte die Gruppe das Hauptgebäude der Enea Landschaftsarchitektur. Die Kühle des Empfangsraums tat gut und der lange Tisch verblüffte. So ein schönes Vogelhaus aus Reet wäre nett für Zuhause!
Helena Bleiker begrüsste zum Rundgang. Sie erklärte, dass der Weiher in diesem Jahr auf natürliche Klärung umgestellt werde, was an der neuen Schilfbepflanzung sichtbar war. Vorbei an riesigen alten Pflanztöpfen ging es ins eigentliche Baummuseum. Jeder Baum wurde von seinem früheren Standort hergebracht, weil er dort einer Überbauung oder dem Verkehr weichen musste.
Enzo Enea gibt jedem Zuzug die passende Umgebung. Unter den Lärchen aus dem Bündnerland wachsen Heidelbeeren. Bäume, welche nicht gleich irgendwo in der Schweiz oder anderswo eingepflanzt werden können, kommen in riesige Töpfe, bis sie ihren neuen Standort finden. Alte Bäume zu verpflanzen ist eine Kunst. Enzo Enea hat eine Technik entwickelt, mit der bestimmte Wurzeln gekappt, die Krone eingepackt und der ganze Baum auf einem Tieflader zum neuen Ort gebracht werden kann. Da wird er leicht erhöht eingepflanzt, da sein Gewicht ihn noch einsinken lässt. Bewässerung, welche vor allem in der ersten Zeit besonders wichtig ist und eine unterirdische Verankerung sorgen dafür, dass der Einzug gelingt.
Nicht nur Bäume, auch Teile von Gartenarchitektur finden Platz im Museum. Zentral liegt ein versteinerter Stamm am Weg. Die Museumsbäume werden so platziert, dass sie ihrer Umgebung eine Antwort geben. Kunstwerke lenken den Blick, ebenso wie Mauern aus Kalksteinquadern, einem Material aus dem Enzo Eneas Vater grosse Pflanztöpfe meisseln liess. Die Gruppe bewunderte den fast zweihundertjährigen Schlitzahorn, die Eisenholzbäume und liess sich die Rhizomsperre bei der Bambuspflanzung zeigen.
Ermattet und durstig lauschten sie der Führerin in der Sumpfzypressenallee und freuten sich auf den kühlen Trunk auf dem Holzdeck. Herzlichen Dank, liebe Silvia, lieber Urs!

Bericht: Hanni Brogle | Fotos: Silvia Fritz, Magi Bélat, Hanni Brogle

Urs erklärt
Altes Hause
Altstadtgasse
Sonnenuhr
Aufstieg zum Schloss
Blick zum Seedamm
Vogelhaus
Verpflanzter Baum
Fotografierte Fotografin
Wasserspeicher
Baumfossil
Kunst vor Veteran
Baum - Mauer - Kunst
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