Walderlebnisraum Gais - 11. Juni 2026
So nah und doch so unbekannt! Der Walderlebnisraum Gais besteht schon seit 16 Jahren und doch kennen die wenigsten unserer Frauen dieses Naturparadies.
Wir starten im Rietli (Strecke Gais-Altstätten) unsere Führung mit Frau Kuster. Tafeln entlang des Weges erklären heimische Vogelarten, die verschiedenen Baumarten und ein Wildbienenhaus kann bestaunt werden. Das Bienenhaus bewohnen aber nur etwa 30% der Bienenarten, 70% graben sich im Sand am Boden ihre Gänge. Sind auf dem Gehweg noch einzelne Sandbänke zu sehen, besteht der Untergrund im Wald mehrheitlich aus Lehm und Humus. Für die Erzeugung von 1 cm Humus braucht die Natur 200 Jahre!
Entlang des Weges wachsen prächtige Streuwiesen wie Wollgras, Margerite, Waldhyazinthen und verschiedene Gräser. Auf einem Wiesenstück werden Versuche mit verschiedenen Baumsetzlingen gemacht. Sie sollen Aufschluss geben, welche Baumarten am besten mit unserem Klimawechsel zurechtkommen. Die immer grösser werdende Trockenheit macht vor allem der Rottanne, welche ein Flachwurzler ist, zu schaffen. Anders die Weisstanne, die mit ihren tiefen Pfahlwurzeln viel Flüssigkeit aufnehmen kann. Bis zu drei Badewannen voll Wasser im Tag muss sie aufnehmen, um zu überleben. Ganz vereinzelt liegen auch Felsbrocken aus früherer Zeit, Gletscher setzten mächtige Steine aus dem Glarnerland ab, der Sommersberg ist noch ein Zeuge davon.
Mitten im Wald sind einheimische Holztiere wie Fuchs, Dachs, Hase Reh usw. aufgestellt, die gesucht und bestaunt werden können. Auf einer Lichtung steht die imposante Waldhütte mit weiteren Bildtafeln, sowie Sitzbänken und Tischen. Eine Grillstelle, welche für jedermann zugänglich ist, rundet das Angebot ab. Ein kleiner Brunnen mit rötlichem Wasser soll bei Eisenarmut helfen. Da das Wasser aber nicht regelmässig untersucht wird, darf es nicht als Trinkwasser deklariert werden.
Abschliessend zeigte uns unsere Führerin noch Modelle der Waldtiere und liess uns die teils feinen, teils struppigen Felle dieser Waldbewohner betasten. Am Ende der Wanderung sassen wir noch in der Sturmbeiz im Rietli beisammen und genossen die vom Wirt selbst hergestellten Cremeschnitten und Nussgipfel. Viele Frauen wollen mit ihren Grosskindern diesen Erlebnisraum nochmals besuchen.
Text: Heidi Bühler | Fotos: Heidi Bühler