Vom Barackenspital zur Poliklinik

Der Einladung zum ersten Anlass im Jahr 2026 folgten 25 interessierte Frauen. Frau Hedwig Schnee aus Speicherschwende erzählte aus ihrer intensiven Zeit am Albert-Schweitzer-Spital in Lambarene. Frau Schnee arbeitete längere Zeit als Krankenschwester im damaligen Barackenspital zwischen "Wasser und Urwald".

Schon die Anreise als junge, gerade ausgebildete Fachkraft nach Afrika erwies sich als abenteuerlich. Waren die Flugzeuge in Europa geradezu komfortabel eingerichtet, hiess es in Libreville in einen Flieger mit Harassen als Sitze einzusteigen. In einer noch kleineren Maschine mit viel Gerüttel landete die junge Frau schliesslich in Lambarene. Den letzten Abschnitt der Reise ins Urwaldspital erlebte sie bei einem orkanartigen Sturm im Boot.

Albert Schweizter begrüsste die neue Angestellte mit einem kurzen "Hoi Hedi, guet bisch do". Als Neuling war ihre erste Aufgabe den Patienten Spritzen zu verabreichen, 100-200 Stück am Tag. Jeder Kranke hatte eine Anhängekarte mit der Diagnose, dem Alter und dem Herkunftsort auf sich und wartete geduldig auf die Behandlung. Nach viermonatiger Einarbeitung wird Hedi als Apothekerin eingesetzt, was sehr viel Verantwortung bedeutet. Die häufigsten Krankheiten und Gebrechen der Einheimischen reichten von Wurmbefall, über Starrkrampf, Unfällen, Verbrennungen bis zu Malaria und Ruhr.

Eine Kinderstation und später auch eine Zahnklinik ergänzen heute das Areal. Für die Leprakranken liess Albert Schweitzer ein separates Camp errichten und ermöglichte es den Patienten mit selbsthergestellten Produkten etwas Sackgeld zu verdienen.

Mit dem Geld das Albert Schweitzer für den Friedensnobelpreis erhielt und weiteren Spenden wurde das Spital stetig erneuert. Aus der einstigen Barackenkrankenstation wurde nach und nach eine moderne Poliklinik.

Danke Hedi für den Einblick in eine uns unbekannte Welt!

Text: Heidi Bühler | Fotos: Internet