22. April 2022

Besuch im Bundeshaus; Frauen und Politik?

Gutgelaunt fuhren 25 Frauen nach Bern. In Grüppchen bummelten wir durch die Gassen zur Aare. Drei Bären vergnügten sich und uns mit einem Bad im alten Bärengraben. Im „Alten Tramdepot“ wurden wir um elf Uhr pünktlich eingelassen. Schnell waren die Menu-karten verteilt und die Getränke serviert. Beim Einkassieren war das Personal sehr flink. Schon um Viertel nach zwölf konnten wir durch die Lauben der Junkerngasse hinauf zum Münster und der Münsterterrasse wandern. Ein Blick auf die Gärten darunter erfreute uns, die Alpensicht war verdeckt.

Die Sicherheitskontrolle auf der Bundeshausterrasse brauchte Zeit. Eine Schleuse wie am Flughafen und ein Scanner für die Taschen sorgten dafür, dass nichts Gefährliches ins Bundeshaus gelangte. Um halb zwei empfing uns Agathe Casutt. Sie führte uns zum Haupteingang, wo sie von der Geschichte des Bundesstaates und der zögerlichen Entwicklung des Frauenstimmrechts berichtete. Sie erläuterte die Symbole am Parlamentsgebäude, welches 1894 bis 1902 Jahren unter der Leitung des St. Galler Architekten Hans Wilhelm Auer gebaut wurde. Es verbindet den Westflügel (ab 1852) und den Ostflügel (ab 1884) zum heutigen Bundeshaus. Sind Männer realistisch dargestellt, beschränkt sich das Bild der Frau auf Allegorien, einzige Ausnahme: die arbeitenden Menschen in den vier Haupterwerbszweigen der damaligen Schweiz.

Auf der Galerie des Ständeratssaals bewunderten wir den elektrischen Kronleuchter, die Gabe des Kantons Luzern. Jeder Kanton machte dem vollendeten Bundeshaus ein Geschenk. Mit Anekdoten zeigte Frau Casutt auf, welche Hürden die ersten Frauen im Bundeshaus ab 1971 zu überwinden hatten.

Im Nationalratssaal durften wir uns an die Pulte der Ratsmitglieder setzen. Auf den Deckeln der Tintenfässchen der ersten Frauen stehen ihre Namen. Eine Sesselreihe an der Saalwand, welche mit einem dicken Seil abgespannt war, dient dem Ständerat, wenn sich die vereinigte Bundesversammlung trifft. Auf Initiative des Architekten durfte eine Frau die Lederschnitzereien darüber ausführen.

In der Wandelhalle bewunderten wir die reiche Ausstattung und insbesondere die Malkunst, wo ein Frauengesicht einen anschaut, egal von welcher Seite man es ansieht. Zum Schluss warfen wir einen Blick ins Stillzimmer, wo auch Männer ihre Kinder wickeln dürfen.

Text: Hanni Brogle | Fotos: Heidi Preisig

Bahnhofplatz
Bärengraben
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Einlasskontrolle
Eingangshalle
Nationalratssaal
In der Wandelhalle
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