13. August 2020

Führung in der Empa

Eine kleine Schar Frauen machte sich an diesem Donnerstagnachmittag auf den Weg nach St. Gallen. Urs Bünter, Kommunikationsverantwortlicher der Empa, begrüsste uns ganz herzlich und meinte, eine Führung durch die Labors mit 10 Personen in dieser speziellen Zeit sei geradezu optimal.
Die Empa wurde 1880 als traditionelle Materialprüfungsanstalt gegründet. 1937 kam die Textilkontrollstelle dazu. In den letzten 20 Jahren hat sie sich zu einem modernen und innovativen Forschungsunternehmen entwickelt und ist Teil der ETH Zürich und ein unabhängiger Staatsbetrieb. Sie arbeitet eng mit namhaften Firmen und medizinischen Institutionen zusammen.
Nach der Begrüssung und der Einführung in die Geschichte der Firma besuchten wir in zwei Gruppen verschiedene Labors. Wir erfuhren viel über die Einsetzbarkeit der Nanotechnologie in der Medizin am Beispiel der Plazentaforschung. Das Ziel ist, einen Wirkstofftransporter zu entwickeln, der sowohl die Plazenta überwinden kann, um Medikamente zum Fötus zu bringen oder umkehrt Medikamente nur im Kreislauf der Mutter zu behalten.
In der Maskenforschung, welche die Empa im Auftrag verschiedener Textilfirmen betreibt, ist es wichtig, einerseits das Gewebe so dicht zu haben, dass keine Partikel durchgehen, anderseits aber genügend Sauerstoff durchkommt zum Atmen. Auch die Beschichtung spielt eine Rolle.
Als letztes konnten wir uns über intelligente Kleidung informieren lassen. Inzwischen ist es ja möglich, Sensoren in die Kleidung einzuweben. Wenn ich alles richtig verstanden habe, wird dazu aus Kunststoff ein sehr dünner Faden hergestellt und dann je nach Bedarf mit Materialien wie Silber, Gold usw. ummantelt. Das uns gezeigte Beispiel könnte problemlos in unsere Unterwäsche eingewoben werden um unsere Gesundheit zu überwachen und eine Krankheit in einem ganz frühen Stadium erkennbar machen.
Mit einem kleinen Apéro ging dieser interessante Nachmittag zu Ende.

Bericht: Maria Helfenstein