24. Oktober 2019

Besuch im Seifenmuseum in St. Gallen

An diesem Donnerstagnachmittag machten wir uns mit Bahn und Bus auf den Weg ins Seifenmuseum an der Rorschacher Strasse in St. Gallen. Wir wurden vom jungen Museumsdirektor Vasco Hebel persönlich begrüsst und durch das kleine Museum geführt. Er entführte uns in eine Welt voller Düfte, aber auch voller Nostalgie.
Die Geschichte der Seifenherstellung ist schon sehr alt. Das älteste Rezept stammt von den Sumerern. Ca. 2500 v. Chr. stellten sie aus Pflanzenasche und Tierfetten eine Seife her. Diese diente aber damals medizinischen Zwecken.
Seit dem Mittelalter wird Seife als Reinigungsmittel benutzt. Durch die Cholera- und Pestepidemien kam aber das Waschen mit Wasser und Seife in Verruf. Erst im 17. Jahrhundert verhalf der französische Königshof der Seife zu neuem Aufschwung. Sie benutzten sie zwar nicht selber, aber profitierten von deren Herstellung und dem Verkauf.
Die Hauptbestandteile der Seife sind aber immer noch die gleichen: Laugen und Fette. Anfangs bestanden diese aus Asche und Tierfetten, heute aus Natriumhydroxid oder Kaliumhydroxid und aus hochwertigen Ölen, wie Kokosöl, Palmöl. Erdnussöl etc. Aber erst die chemischen Errungenschaften der letzten Jahrhunderte machten die Seife zu dem, was wir heute kennen: schön weiss, angenehm duftend und preiswert.
In der Hochblüte der industriellen Seifenherstellung existierten in Europa, aber auch in der Schweiz zahlreiche Firmen. Wir Frauen vom 55+ erinnern uns alle lebhaft an all die berühmten Seifenmarken, Sunlight; Lux, Steinfels (da vor allem an die Seifenflocken und Maga und Floris). Als einzige Schweizerfirma hat nur die Firma Mettler überlebt. Alle anderen sind in grösseren, weltweit agierenden Firmen integriert worden. Auch die Werbetrommel wurde schon früh kräftig gedreht. Davon zeugen die vielen nostalgischen Plakate im Museum.
All das und noch vieles mehr erfuhren wir vom Museumsdirektor persönlich. Zum Abschluss haben wir, wie könnte es auch anders sein, im Museum hergestellte Seifen "pöschtelet".

Bericht: Maria Helfenstein | Fotos: Heidi Preisig

Vasco Hebel in seinem Element
Gebannte Zuhörerinnen
Zutaten zur Seifenherstellung
Maschinen zum Schneiden und Pressen der Seifen
Eine Badewanne voller Hotelseifen
Seifensammlung
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