8. Juni 2017

Gartenbesuch bei Familie Steiner in Bühler

Ein beglückendes Gefühl, ins Paradies eingeladen zu sein - ins Blumenparadies von Ursula und Ruedi Steiner! Sechzehn Frauen des Clubs 55+ nahmen die Einladung wahr. Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite für eine Gartenbegehung: nicht zu heiss, nicht zu kühl, trocken. Die Gastgeber führten uns mit kurzen Erläuterungen in ihr während Jahrzehnten gestaltetes Reich ein. "Wir wollen die Natur nachmachen, bunt gemischt, ob's farblich zusammenpasst oder nicht," betonen sie. An der Hanglage ist das Gärtnern zwar beschwerlich, dafür gedeihen am Südhang mediterrane Pflanzen. In Steiners Garten blüht immer etwas, aber sicher keine "Wegwerfpflanzen", also solche, die nur für eine kurze Saison blühen. Es gibt dort ausschliesslich perennierende, mehrjährige Exemplare. Diese heissen Stauden (im Unterschied zu den Gehölzen).

Grosses Staunen weckte die genannte Anzahl von mindestens 1300 Pflanzen im Garten! Und Steiners kennen deren lateinische Namen! Damit können sie sich auf Reisen in andere Länder mit Blumenfreunden in der Fachsprache unterhalten. Ob sie die lateinischen Namen wohl in den blumenlosen Wintermonaten üben, während sie das von ihnen gestaltete Jahresfotobuch anschauen und dabei den Frühling ersehnen?
Es erstaunt nicht, dass unter den Clematis in verschiedenen Farben und Formen eine aus Kanada stammt, die Vancouveria. Ihr gelber Bärlauch hingegen kommt aus den Pyrenäen. Es gab noch viel Erstaunliches zu hören, z. B. dass es unter den Pflanzen echte KLONE gibt, also Vermehrung ohne Bestäubung.

Die Zeit für den Rundgang im Garten war viel zu schnell vorbei. Und, obwohl noch Zeit blieb, Fragen zu stellen, hätten wir gerne noch mehr profitiert vom immensen Wissen der Gastgeber. Unsere Bewunderung gilt dem rührigen Paar, das auch mit zunehmendem Alter nicht ans Aufgeben denkt. Dankbar verliessen wir diesen einzigartigen Ort, um nach einer Einkehr im nahen Gartenrestaurant den Heimweg anzutreten.

Bericht: Silvia Fritz | Fotos: Hanni Brogle

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